Adriatique überzeugt beim Coachella-Debüt im Sahara Tent

Premiere im Wüstenstaub: Das Schweizer DJ-Duo Adriatique hat am Wochenende sein Debüt im Sahara Tent des Coachella-Festivals gegeben – eine der grösseren Bühnen mit dichtem Zeitplan. Der Auftritt am Samstag galt den beiden als Karrieremeilenstein, auf den sie eigenen Angaben zufolge monatelang hingearbeitet hatten.
Weil Coachella weit über die elektronische Szene hinausreicht, mussten sich Adrian Shala und Adrian Schweizer die Aufmerksamkeit des Publikums nach eigenen Worten erst erspielen. „Man spielt nicht nur für ein Publikum, das einen kennt, sondern auch für viele, die zufällig stehen bleiben“, beschrieben sie.
Entsprechend setzten sie auf eine klare, direkte Dramaturgie ohne langen Aufbau: „Die Verbindung muss schneller entstehen.“ Gleichzeitig, so betonten sie, wollten sie ihrer Identität treu bleiben. Das für ihre Verhältnisse kurze Set verlangte präzise gesetzte Momente, „damit der audiovisuelle Effekt stimmt“.
Die technischen Vorbereitungen liefen bis kurz vor ihrem Slot; als sie die Bühne betraten, waren sie „sofort drin“. Das Gefühl, die Energie der Menge zu spüren, sei schwer zu beschreiben, sagten sie. Das Publikum erlebten sie als offen und ehrlich: Wenn etwas funktioniere, merke man das sofort.
„Das Coachella ist kein Selbstläufer“, hielten sie fest. Der Auftritt selbst stimmte sie zufrieden, auch wenn sie im Nachgang – wie üblich – Details analysierten. Einige Faktoren liessen sich nicht beeinflussen: Der Wind habe gewisse Aspekte der Show erschwert.
Neben ihrem eigenen Set nutzten die beiden die Gelegenheit, andere Acts anzuschauen. Besonders spannend fanden sie Künstlerinnen und Künstler, die trotz der Grösse des Festivals ihre Handschrift bewahren und nicht versuchen, es allen recht zu machen. Das Line-up empfanden sie als äusserst divers – musikalisch wie visuell inspirierend.
Den typischen Glamour relativiere Coachella schnell, fanden sie: Zwischen Stars und Staub zähle am Ende die Musik. Adriatique kehren am kommenden Wochenende zur selben Zeit erneut ins Sahara Tent zurück – kurz vor Justin Biebers Show.
„Wenn man bedenkt, dass wir zwei Jungs aus kleinen Dörfern aus der Schweiz und Österreich sind und das schon so lange zusammen machen, kann man schon auch ein bisschen stolz darauf sein“, sagten sie über den Schritt auf eine der prominentesten Festivalbühnen.
