Österreichs Entwicklungszusammenarbeit rückt Friedensförderung ins Zentrum
Mit den Kriegen in der Ukraine, im Nahen Osten und im Sudan wachsen weltweit Spannungen – und mit ihnen die Anforderungen an internationale Politik und Hilfe.
Die aktuelle Ausgabe von WELTNACHRICHTEN, dem Magazin der Austrian Development Agency (ADA), zeigt, wie staatliche Einrichtungen, internationale Organisationen und die Zivilgesellschaft auf die neue Lage reagieren und wie die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit die Förderung von Frieden sowie die Stabilisierung von Krisenregionen noch stärker in den Mittelpunkt stellt.
„Angesichts zunehmender Konflikte und Krisen bleibt der Aufbau von nachhaltigem Frieden auf der Welt eine zentrale Säule unserer Arbeit. In unserer polarisierten Welt wollen wir Wege finden, die dauerhaft zu mehr Frieden und Stabilität beitragen“, betont ADA-Geschäftsführer Friedrich Stift.
Entsprechend unterstützt die Agentur Projekte, die lokal Sicherheit stärken und den Dialog zwischen unterschiedlichen beruflichen, sozialen, religiösen oder nationalen Gruppen fördern. Konkret reichen die Aktivitäten von Fortbildungen bis zu Kulturprojekten: Das Austrian Centre for Peace und das Kofi Annan International Peacekeeping Training Centre bieten in Ghana Kurse zu Katastrophenhilfe und Friedensarbeit an.
Die internationale Organisation Saferworld bringt Gemeinschaften in den Grenzgebieten von Kenia, Uganda und dem Südsudan zusammen. Vétérinaires Sans Frontières Suisse setzt auf lokale Expertise, um Konflikte an den Grenzen zwischen Burkina Faso, Mali und Niger zu verringern.
In Bosnien fördert die Internationale Organisation für Migration den Austausch zwischen jungen Menschen unterschiedlicher ethnischer und religiöser Herkunft – unter anderem durch gemeinsame Theateraufführungen. All diese Initiativen werden aus Österreich unterstützt.
Auch auf politischer Ebene gewinnt die Thematik an Gewicht: Die im Sommer 2024 aktualisierte österreichische Sicherheitsstrategie hebt die sicherheitspolitische Relevanz von Entwicklungszusammenarbeit und humanitärer Hilfe hervor.
In einem Leitartikel der WELTNACHRICHTEN schreibt Jan Pospisil vom Centre for Peace and Security der Coventry University, die „Entwicklungszusammenarbeit wird ihre Rolle als präventiver Akteur ausbauen müssen“. Er benennt drei Handlungsfelder: konfliktlindernde Maßnahmen, eine verstärkte Förderung von Konfliktprävention sowie eine gestärkte europäische Sicherheitspolitik.
Die Rahmenbedingungen in den Partnerländern der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit würden zugleich fragiler, heißt es in der Ausgabe. Das schildern auch die Leiterinnen der ADA-Büros in Moldau und Äthiopien sowie der Leiter des Österreichischen Vertretungsbüros in den Palästinensischen Gebieten, die über ihren Arbeitsalltag in sensiblen Sicherheitsumfeldern berichten.
Im europäischen Kontext erläutert Jozef Síkela, EU-Kommissar für internationale Partnerschaften, in einem Interview die Rolle der EU-Initiative Global Gateway. Er betont, wie diese Initiative etwa zur Bewältigung globaler Herausforderungen im Bereich Migration beiträgt.
Die Beiträge skizzieren ein gemeinsames Ziel: Durch frühzeitige Prävention, lokale Partnerschaften und engere europäische Kooperation soll Entwicklungszusammenarbeit einen nachhaltigen Beitrag zur Friedensförderung leisten – eine Aufgabe, die angesichts zunehmender Konflikte weiter an Bedeutung gewinnt.
