Österreichischer Filmpreis 2026: „Perla“ geht mit 13 Nominierungen als Favorit ins Rennen
Alexandra Makarovás Drama „Perla“ geht mit 13 Nennungen als klarer Favorit in die Verleihung des Österreichischen Filmpreises 2026. Auf Platz zwei folgt Adrian Goigingers Trauerfilm „Vier minus drei“ mit acht Nominierungen.
Die Akademie des Österreichischen Films gab die Nominierten am Mittwoch im Wiener Ringturm bekannt – und verknüpfte die Präsentation mit einem eindringlichen Appell, kreative Arbeit in Zeiten von Streaming und Künstlicher Intelligenz zu schützen. Die Preise werden am 18.
Juni in den Wiener hq7-Studios vergeben. Durch den Abend führen Julia Edtmeier und Alexander Pschill. In insgesamt 17 Kategorien konkurrieren in der Sparte Bester Spielfilm „Perla“, Goigingers „Vier minus drei“ – die an den Kinokassen erfolgreiche Verfilmung von Barbara Pachl-Eberharts Autobiografie über den Verlust ihrer Familie –, Johanna Moders Psychothriller „Mother's Baby“ sowie „White Snail“ von Elsa Kremser und Levin Peter.
Mit jeweils zwei Nominierungen gehen die Dokumentarfilme „Girls & Gods“ von Arash T. Riahi und Verena Soltiz, der die Femen-Aktivistin Inna Schewtschenko begleitet, sowie „Noch lange keine Lipizzaner“ von Olga Kosanović über gesetzgeberische Hürden auf dem Weg zur Einbürgerung ins Rennen.
In der Dokumentarfilmsparte konkurrieren sie mit „Austroschwarz“ von Mwita Mataro und Helmut Karner sowie „Die letzte Botschafterin“ von Natalie Halla. Bei den Darstellerpreisen sind für die beste weibliche Hauptrolle Marie Leuenberger („Mother's Baby“), Rebeka Poláková („Perla“) und Valerie Pachner („Vier minus drei“) nominiert.
Bei den Männern treten Sahidur Rahaman („Happy“), Hans Löw („Mother's Baby“), Simon Schwarz („Perla“) und Mikhail Senkov („White Snail“) an. In der Regiekategorie stehen Olga Kosanović („Noch lange keine Lipizzaner“), Alexandra Makarová („Perla“) und Adrian Goiginger („Vier minus drei“) zur Wahl.
Faris Rahoma, Obfrau-Stellvertreter der Akademie des Österreichischen Films, verwies auf einen Einreichrekord: 23 Spielfilme, 34 Dokumentarfilme und 16 Kurzfilme gingen ins Rennen. Geschäftsführerin Katharina Albrecht zeigte sich erfreut, mahnte jedoch angesichts der Entwicklungen rund um Künstliche Intelligenz zur Vorsicht.
In Zeiten, in denen KI gefürchtet, verteufelt und heiß begehrt werde, seien Regierungen aufgerufen, den Schutz ihrer Bürger wahrzunehmen, sagte sie bei der Bekanntgabe. Alexander Dumreicher-Ivanceanu, Obmann des Fachverbands der Film- und Musikwirtschaft, pochte im Lichte laufender Budgetverhandlungen auf eine Streamingabgabe.
Streamingplattformen erwirtschafteten jährlich rund 600 Millionen Euro in Österreich, davon flössen etwa 599 Millionen Euro ab. Ein fairer Anteil müsse zurück in den österreichischen Film, unterstrich er. Wiens Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ) betonte, dass Kunst und Politik einander „mehr denn je brauchen“, und lobte Kulturminister Andreas Babler (SPÖ) für dessen Einsatz; er habe sich „wirklich committet“.
Theresia Niedermüller, Leiterin der Kunst- und Kultursektion, erinnerte daran, dass sich der Film im „Parallelangebot der bewegten Bilder“ zunehmend schwerer tue – umso mehr sei der Österreichische Filmpreis „ein wesentliches Element für die Strahlkraft und Breitenwirksamkeit“.
Die Branche blickt damit auf den 18. Juni, wenn die Gewinnerinnen und Gewinner in Wien gekürt werden.
